
Seitenbalkon
Der Decksraum einer Yacht ist durch den Rumpf vorgegeben. Egal wie sorgfältig der Generalplan erstellt wird — die Breite definiert die Grenze, und jeder Eigner stößt irgendwann an sie. Das Cockpit wird mit sechs Gästen eng. Die Sonnenliegen verengen die Gangborde. Das Achterdeck funktioniert zum Anlegen, aber nicht zum Unterhalten. Auf Schiffen unter 24 Metern, wo jeder Quadratmeter Deck mit Antrieb, Tankage und Strukturanforderungen konkurriert, ist zusätzliche Outdoor-Wohnfläche nicht etwas, was der Konstrukteur einfach in die Rumpflinien zeichnen kann. Der Platz ist, was er ist.
Der Seitenbalkon ändert diese Gleichung. Es ist ein hydraulisches Klapp-Bordwandsystem, das sich aus der Rumpfseite nach außen öffnet und zusätzliche Decksfläche schafft, die über die Schiffsbreite hinausreicht. Per Knopfdruck rotiert ein Abschnitt der Bordwand auf synchronisierten Hydraulikantrieben nach unten und verriegelt in horizontaler Position — als stabile, mit Geländer gesicherte Plattform direkt über der Wasserlinie. Die gewonnene Fläche funktioniert als erweiterter Loungebereich, Sonnendeck, Bar am Wasser oder einfach als Bewegungsraum für Gäste, die sonst auf das Cockpit beschränkt wären. Wenn der Balkon schließt, kehrt die Bordwand bündig in die Rumpflinie zurück. Keine sichtbaren Scharnierpunkte, keine vorstehenden Beschläge, keine Veränderung des Schiffsprofils.
Das System ist in zwei Antriebskonfigurationen erhältlich — hydraulischer Drehantrieb oder Hydraulikzylinder-Antrieb — abhängig von der Einbaugeometrie und dem verfügbaren Raum unter Deck. Die tragenden Hauptkomponenten werden aus seewasserfestem Edelstahl 1.4404 (AISI 316L) und 1.4462 (Duplex) gefertigt, elektropoliert für langfristige Korrosionsbeständigkeit. Jedes System wird komplett mit Hydraulikaggregat, synchronisierter Bewegungssteuerung und allem notwendigen Zubehör geliefert. Jeder Seitenbalkon wird individuell auf die Geometrie und Designsprache der jeweiligen Yacht konfiguriert, konstruiert und montiert in unserem Werk in Münster.
Deckserweiterung per Knopfdruck — vollständige Rückführung in die Rumpflinie
Der Seitenbalkon arbeitet mit einem Hydraulikantrieb, der die Bordwand aus ihrer geschlossenen, vertikalen Position nach außen und unten in eine horizontale Plattform rotiert. Die Bewegung ist gleichmäßig, kontrolliert und erfordert keinen manuellen Kraftaufwand — ein einzelner Knopfdruck startet die komplette Öffnungssequenz. Die Bordwand verriegelt in der ausgefahrenen Position und bildet eine stabile, tragfähige Oberfläche auf Decksniveau, die über ihre gesamte Länge abgestützt ist.
Was dieses System praktisch macht und nicht nur beeindruckend, ist die Vollständigkeit der Rückführung. Wenn der Balkon schließt, klappt die Bordwand nicht gegen die Rumpfaußenseite oder steht über der Oberfläche vor. Sie kehrt in ihre ursprüngliche Position innerhalb der Bordwand zurück und stellt die originale Profillinie des Schiffes wieder her. Vom Steg aus, von einem passierenden Schiff oder von einem Tender, der sich dem Heck nähert, gibt es keinen sichtbaren Hinweis darauf, dass der Rumpf eine ausklappbare Deckserweiterung enthält. Das ist relevant auf Yachten, bei denen die Design-Silhouette Teil der Identität des Schiffes ist — und es ist kommerziell relevant bei Charteryachten, wo der Balkon ein Verkaufsargument ist, das die Erscheinung des Schiffes im geschlossenen Zustand nicht beeinträchtigen sollte.
Das Hydraulikaggregat liefert eine synchronisierte Bewegung mit gleichmäßiger Geschwindigkeit über den gesamten Öffnungs- und Schließbogen. Integrierte Sicherheitsanschläge verhindern eine Überrotation in beide Richtungen. Das System ist für den maritimen Dauerbetrieb konstruiert und funktioniert zuverlässig auch unter exponierten Bedingungen, einschließlich Seezuständen, in denen das Schiff vor Anker rollt.
Beide Seiten öffnen und schließen gleichmäßig — symmetrische Deckserweiterung Backbord und Steuerbord
Auf Schiffen, bei denen Seitenbalkone an Backbord und Steuerbord installiert sind, betreibt das Hydrauliksystem beide Bordwände synchron. Beide Seiten öffnen gleichzeitig, mit gleicher Geschwindigkeit, auf den gleichen Winkel. Beide Seiten schließen gleichzeitig. Das ist kein Komfort-Feature — es ist eine strukturelle Notwendigkeit. Asymmetrische Belastung durch einen einzelnen offenen Balkon auf einer Seite kann die Krängung des Schiffes beeinflussen, besonders bei leichteren Verdrängerrümpfen oder wenn Gäste zur offenen Seite wechseln. Synchronisierter Betrieb gewährleistet ausgeglichene Gewichtsverteilung und eine waagerechte Decksoberfläche, wenn beide Balkone ausgefahren sind.
Die Synchronisation wird durch das Hydraulikaggregat gesteuert, das gleichen Druck auf beide Antriebsmechanismen verteilt. Jede Seite kann auch unabhängig betrieben werden, wenn die Installation oder der Anwendungsfall es erfordert — beispielsweise wenn das Schiff längsseits liegt und nur die Außenseite zugänglich ist. Das Steuerungssystem unterstützt beide Modi: Simultanbetrieb als Standard, unabhängiger Betrieb wählbar über das Bedienpanel.
Für den Eigner bedeutet das: Die Deckserweiterung ist symmetrisch und vorhersehbar. Für die Werft bedeutet es: Ein Hydraulikaggregat bedient beide Seiten, reduziert die Komponentenanzahl und vereinfacht die Installation im Vergleich zu zwei unabhängigen Systemen.
Gefertigt aus 1.4404 und 1.4462 für dauerhaften Salzwassereinsatz
Die tragenden Komponenten des Seitenbalkons — Scharniere, Stützrahmen, Verriegelungsmechanismen und Geländerpfosten — werden aus Edelstahl 1.4404 (AISI 316L) und 1.4462 (Duplex) gefertigt. Das sind keine dekorativen Materialentscheidungen.
Werkstoffnummer 1.4404 ist der Marinestandard für Beschläge, die dauerhaft Salzwassersprühnebel und UV-Strahlung ausgesetzt sind. Werkstoffnummer 1.4462 bietet bei vergleichbarer Korrosionsbeständigkeit etwa die doppelte Streckgrenze von 316L, was dünnere Querschnitte bei tragenden Strukturelementen ermöglicht, ohne Sicherheitsreserven aufzugeben.
Alle Edelstahlkomponenten werden nach der Fertigung elektropoliert. Elektropolieren entfernt die äußerste Materialschicht einschließlich mikroskaliger Oberflächenunregelmäßigkeiten, an denen Korrosion typischerweise beginnt. Das Ergebnis ist eine glattere, chemisch homogenere Oberfläche, die Loch- und Spaltkorrosion deutlich besser widersteht als mechanisch polierte oder passivierte Oberflächen. Für ein Bauteil, das seine gesamte Lebensdauer in direktem Salzwasserkontakt verbringt — häufig in Mittelmeer- oder Tropengewässern mit erhöhtem Salzgehalt und Wassertemperaturen — ist diese Oberflächenbehandlung nicht optional. Sie ist der Unterschied zwischen fünf und fünfzehn Jahren Standzeit.
Das Geländersystem ist in die Balkonstruktur integriert und so konstruiert, dass es Sicherheitsanforderungen erfüllt, ohne visuelle Schwere. Geländerhöhe, Pfostenabstand und Füllmaterial werden projektbezogen konfiguriert, um zum bestehenden Geländerdesign der Yacht zu passen und bei Bedarf geltende Klassifikationsgesellschafts-Richtlinien einzuhalten.
Visuelle Übersicht
Betrachten Sie den Seitenbalkon aus jedem Blickwinkel — Rumpfintegration in geschlossener Position, die vollständige Öffnungssequenz und die ausgefahrene Plattform mit Geländerdetail. Beide Antriebsvarianten — hydraulischer Drehantrieb und Zylinderantrieb — werden in ihren jeweiligen Einbausituationen gezeigt.
Technische Spezifikationen
Ein hydraulisches Klapp-Bordwandsystem, das Rumpfseitenpaneele in stabile, mit Geländer gesicherte Decksplattformen verwandelt. Öffnet sich nach außen per Knopfdruck, fährt bündig in die Rumpflinie zurück im geschlossenen Zustand.
MATERIAL
Tragende Hauptkomponenten aus seewasserfestem Edelstahl 1.4404 (AISI 316L) und 1.4462 (Duplex). Alle Edelstahlteile elektropoliert für maximale Loch- und Spaltkorrosionsbeständigkeit. Deckoberfläche der Bordwand individuell konfigurierbar: Teak, Synthetik-Teak, Composite-Belag oder individuelle Farbabstimmung.

HYDRAULIK
Hydraulikaggregat mit synchronisierter Bewegungssteuerung. Zwei Antriebsvarianten verfügbar: hydraulischer Drehantrieb oder Hydraulikzylinder-Antrieb, gewählt nach Einbaugeometrie und verfügbarem Raum. Ölvorgefüllt geliefert mit Schläuchen, Verschraubungen und allem notwendigen Zubehör.

STEUERUNG
Bedienung per Knopfdruck. Bedienpanel in Sichtweite des Balkons. Funkfernbedienungen serienmäßig. Integrierte Sicherheitsanschläge verhindern Überrotation in beide Richtungen.

LIEFERUNG
Komplett vormontiert und funktionsgeprüft ab H+B technics, Münster. Hydraulikaggregat ölvorgefüllt. Einbaufertig zur direkten Montage auf Werft oder Nachrüstbetrieb.

"Die Liftsysteme sind nicht nur funktional — sie passen zu unserem Design und unseren Standards. Mit H+B fühlt es sich eher nach Team an als nach Lieferantenbeziehung."
Häufig gestellte Fragen
Antworten auf die häufigsten Fragen zum Seitenbalkon.
Die zwei Antriebsvarianten erfüllen die gleiche Funktion — hydraulisches Öffnen und Schließen der Balkonbordwand — unterscheiden sich aber in ihrer mechanischen Konfiguration. Der Drehantrieb nutzt einen kompakten Aktuator, integriert in die Scharnierachse, ideal wenn der Einbauraum hinter dem Rumpf begrenzt ist. Der Zylinderantrieb nutzt Hydraulikzylinder zwischen Rumpfstruktur und Bordwand, geeignet für Installationen mit mehr Freiraum. Die Wahl hängt vom spezifischen Strukturlayout des Schiffes ab und wird in der Konstruktionsphase festgelegt.
Ja. Das System wird typischerweise als Backbord-Steuerbord-Paar installiert, betrieben von einem einzigen Hydraulikaggregat mit synchronisierter Bewegungssteuerung. Beide Seiten öffnen und schließen gleichzeitig mit gleicher Geschwindigkeit. Unabhängiger Einzelseitenbetrieb ist ebenfalls verfügbar über das Bedienpanel — beispielsweise wenn das Schiff längsseits liegt und nur eine Seite zugänglich ist.
Die tragenden Hauptkomponenten werden aus Edelstahl 1.4404 (AISI 316L) und 1.4462 (Duplex) gefertigt, elektropoliert für maximale Korrosionsbeständigkeit bei dauerhaftem Salzwassereinsatz. Die Deckoberfläche der Bordwand kann mit Teak, Synthetik-Teak, Composite-Belag oder in individueller Farbabstimmung zum Rumpf und Aufbau der Yacht ausgeführt werden.
Ja. Das System eignet sich für Neubauten und Nachrüstungen (Refit). Voraussetzung ist eine strukturelle Beurteilung der Rumpfgeometrie zur Bestimmung der Bordwanddimensionen, Scharnierpositionen und Hydraulikführung. Diese Beurteilung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Eigner oder der Werft durch unser technisches Team. Es ist keine Rumpfformänderung über den Bordwandausschnitt und die strukturelle Verstärkung an den Montagepunkten hinaus erforderlich.
Die Bordwand kehrt im geschlossenen Zustand bündig in die Rumpfwand zurück. Es gibt keine vorstehenden Scharnierpunkte, sichtbare Beschläge oder Spalte, die die Rumpflinie unterbrechen. Die Außenfläche der Bordwand wird passend zum umgebenden Rumpf behandelt, sodass sie im geschlossenen Zustand nicht vom Rest der Schiffsseite zu unterscheiden ist.
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Julian Arnsmann
Head of Project & Engineering

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