Liftsystem Rotation

Tender Handling

Das Wassern und Bergen eines Tenders am Heck einer Yacht gehört zu den mechanisch anspruchsvollsten Vorgängen im täglichen Bootsbetrieb. Der Tender muss von seiner sicheren Lagerposition auf der Badeplattform zur Wasserlinie bewegt werden — und zurück — ohne dabei mit dem Spiegel, den Antrieben oder sonstiger achterlich montierter Hardware zu kollidieren. Auf Schiffen unter 24 Metern, wo die Heckgeometrie eng ist und der Tender mit Treibstoff und Ausrüstung oft zwischen 200 und 500 kg wiegt, ist ein manueller Prozess unpraktisch. Ein Davit-Kran funktioniert, schwingt die Last aber über einen Bogen, der freien Himmel und ruhige Bedingungen erfordert. Was die meisten Eigner und Werften brauchen, ist ein Liftsystem, das den Tender auf einem kontrollierten, vorhersehbaren Weg bewegt — gerade nach unten, frei vom Rumpf, jedes Mal.


Das Liftsystem Rotation tut genau das. Es ist ein hydraulischer Tender-Lift, der auf einer Parallelogramm-Hebelanordnung basiert und die Badeplattform in einem Rotationsbogen absenkt, während die Plattformoberfläche über den gesamten Hub horizontal stabilisiert bleibt. Die Geometrie ist so konstruiert, dass sich die Plattform gleichzeitig nach außen und nach unten bewegt — Spiegel, Antriebe und Heckanbauteile werden kollisionsfrei passiert, auch mit breiteren Tendern. In der Stauposition liegt die Plattform bündig auf Decksniveau, eine hydraulische Sicherheitsverriegelung greift automatisch. In der abgesenkten Position schwimmt der Tender frei an der Wasserlinie, bereit zum Auswassern oder Bergen.


Das System ist modular aufgebaut und in Lift-Typen nach Tragfähigkeit unterteilt: Typ 1 (350 kg SWL), Typ 2 (600 kg), Typ 4 (800–1.000 kg), Typ 5 (1.200 kg), Typ 7 (1.600 kg) und Typ 10 (2.000 kg). Diese Bandbreite deckt alles ab — vom kleinen RIB auf einem 35-Fuß-Sportkreuzer bis zum 4,5-Meter-Tender auf einer 24-Meter-Motoryacht. Liftarme und Hauptkomponenten werden aus Edelstahl 1.4404 (AISI 316L) und 1.4462 (Duplex) gefertigt, elektropoliert für dauerhaften Salzwassereinsatz. Jedes System wird komplett vormontiert, mit Hydrauliköl vorgefüllt und steckerfertig geliefert — die Installationszeit auf der Werft wird auf ein Minimum reduziert. Konfiguration und technische Auslegung erfolgen in enger Abstimmung mit dem Kunden durch unser technisches Team in Münster.

Parallelogramm-Hebelgeometrie
Hydraulische Sicherheitsverriegelung
Modulares Typensystem 350–2.000 kg
Vormontiert & steckerfertig
PARALLELOGRAMM-HEBELGEOMETRIE

Kollisionsfreier Absenkweg — horizontale Stabilisierung über den gesamten Hub


Das konstruktive Grundprinzip des Rotations-Lifts ist seine Parallelogramm-Hebelanordnung. Zwei Liftarme pro Seite sind über eine Kinematik verbunden, die die Bewegung der Plattform auf einen definierten Rotationsbogen begrenzt. Während die Arme nach unten rotieren, bewegt sich die Plattform gleichzeitig vom Spiegel weg und zur Wasserlinie hin. An jedem Punkt dieses Bogens bleibt die Plattformo berfläche horizontal stabilisiert — der Tender kippt nicht, rutscht nicht und verlagert seine Position während des Absenkens oder Hebens nicht.


Diese Geometrie löst das häufigste Problem bei heckmontierten Tender-Lifts: Kollision mit dem Rumpf, den Antrieben oder Trimmklappen während des Absenkhubs. Da sich die Plattform beim Absenken nach außen bewegt, passiert sie alle achterlich montierten Bauteile ohne manuelle Führung oder Fenderschutz. Für breitere Tender — bei denen die Breite des Beiboots nahe an oder über die Plattformkanten reicht — ist dieser kollisionsfreie Weg keine Komfortfunktion, sondern eine strukturelle Notwendigkeit.


Die horizontale Stabilisierung bedeutet auch, dass der Tender während der gesamten Operation waagerecht bleibt. Treibstoff, Ausrüstung und loses Material bleiben an Ort und Stelle. Für die Crew, die den Lift bedient, bedeutet das einen vorhersehbaren, unkomplizierten Vorgang: Knopf drücken, der Tender senkt sich waagerecht ab, der Tender schwimmt frei.

HYDRAULISCHE SICHERHEITSVERRIEGELUNG

Mechanisch gesichert in der Stauposition — automatisch hydraulisch betrieben


Wenn die Plattform in der angehobenen Stauposition ist, greift eine hydraulische Sicherheitsverriegelung automatisch und sichert den Lift mechanisch. Das ist keine hydraulische Haltefunktion, die von kontinuierlichem Druck im System abhängt — es ist ein
physischer Verriegelungsmechanismus, der jede Abwärtsbewegung verhindert, unabhängig vom Hydraulikdruckzustand. Wenn das Hydrauliksystem Druck verliert, ein Schlauch ausfällt oder die Stromversorgung unterbrochen wird, bleibt die Plattform auf Decksniveau verriegelt.

Die Verriegelung löst sich hydraulisch, wenn der Bediener die Absenksequenz startet. Der gesamte Ver- und Entriegelungszyklus ist automatisch — kein manueller Bolzen, Hebel oder sekundärer Handgriff ist von der Crew erforderlich. Das System verriegelt beim Erreichen der Stauposition, entriegelt beim Drücken des Absenkknopfs. Das eliminiert den menschlichen Fehlerfaktor: Vergessen, eine manuelle Verriegelung vor Fahrtantritt einzulegen, oder Vergessen, sie vor dem Absenken zu lösen.


Für die Werft und den Klassifikationsingenieur ist eine mechanische Verriegelung, die hydraulisch betrieben und automatisch aktiviert wird, die sauberste Sicherheitsarchitektur für eine heckmontierte Plattform, die mehrere hundert Kilogramm Tender bei Fahrt trägt.

MODULARES TYPENSYSTEM 350–2.000 KG

Sechs Lift-Typen für das gesamte Spektrum an Tendern und Schiffsgrößen


Der Rotations-Lift ist kein Einzelprodukt — er ist ein modulares System, unterteilt in sechs Lift- Typen nach sicherer Arbeitslast (SWL). Typ 1 bewegt 350 kg, geeignet für kleine RIBs und JetSkis auf Sportbooten. Typ 2 deckt 600 kg ab, der gängigste Bereich für 3-Meter-Tender auf Kreuzern und Flybridge-Yachten. Typ 4 umfasst 800 bis 1.000 kg für mittelgroße Tender. Typ 5 hebt 1.200 kg. Typ 7 erreicht 1.600 kg. Und Typ 10 bewegt bis zu 2.000 kg — für schwere Tender, große JetSkis oder Doppelnutzungs-Plattformen auf Yachten bis 24 Meter und darüber hinaus.


Innerhalb jedes Typs bietet das System zahlreiche Konfigurationsoptionen: Plattformträger- Dimensionen, Armlänge, Montagegeometrie und Steuerungsoptionen werden projektbezogen festgelegt. Der Plattformträger selbst ist höhenverstellbar und neigbar, sodass eine präzise Ausrichtung auf das Decksniveau möglich ist — ohne Spalte oder Höhenunterschiede zwischen Decksoberfläche und Plattform in der Stauposition.


Für die Werft bedeutet diese Modularität: Eine Produktfamilie deckt den gesamten Tender- Handling-Bereich ab. Für den Eigner bedeutet es: Der Lift ist exakt dimensioniert und konfiguriert für seinen Tender, sein Boot und sein Nutzungsprofil — kein über- oder unterdimensionierter Kompromiss aus einem festen Produktkatalog.

Technische Spezifikationen

Ein modulares hydraulisches Rotations-Liftsystem für Tender-Handling. Parallelogramm- Hebelgeometrie bietet kollisionsfreies Absenken mit horizontaler Plattformstabilisierung. Verfügbar in sechs Lift-Typen von 350 bis 2.000 kg SWL.

MATERIAL

Liftarme und tragende Hauptkomponenten aus Edelstahl 1.4404 (AISI 316L) und 1.4462 (Duplex), elektropoliert für maximale Korrosionsbeständigkeit bei dauerhaftem Salzwassereinsatz.

H+B technics Fertigung – Edelstahlkomponenten in der Werkstatt Nahaufnahme

HYDRAULIK

Hochleistungs-Hydraulikaggregat kalibriert auf Leistung, Druck und Volumen. Synchronisierte Armbewegung mit Equalizer-Steuerblock (±2% Toleranz). Ölvorgefüllt geliefert mit Schläuchen und Verschraubungen.

H+B technics Ingenieur bei Qualitätsprüfung einer hydraulischen Gelenkverbindung

ANODEN

Jedes Liftsystem ist mit Zink- oder Aluminiumanoden ausgestattet. Anodentyp wird auf Basis des kathodischen Schutzsystems und der Betriebsumgebung des Schiffes gewählt.

H+B technics Produktion – elektropolierte Edelstahloberfläche Detailansicht

LIEFERUNG

Komplett vormontiert und funktionsgeprüft ab H+B technics, Münster. Hydraulikaggregat ölvorgefüllt. Steckerfertige Elektroanschlüsse. Detaillierte Installationsanleitung mit Fotos und technischen Zeichnungen inklusive.

H+B technics Produktion – hydraulische Zylinderkomponenten in der Fertigungshalle

"Die Liftsysteme sind nicht nur funktional — sie passen zu unserem Design und unseren Standards. Mit H+B fühlt es sich eher nach Team an als nach Lieferantenbeziehung."

Georg Frauscher
CEO Frauscher

Häufig gestellte Fragen

Antworten auf die häufigsten Fragen zum Liftsystem Rotation.

Welchen Lift-Typ brauche ich für meinen Tender?

Der Lift-Typ wird bestimmt durch das Tendergewicht (einschließlich Treibstoff und Ausrüstung), die benötigten Plattformdimensionen und die Heckgeometrie des Schiffes. Typ 1 deckt kleine RIBs und JetSkis bis 350 kg ab. Typ 2 bewegt die gängigsten 3-Meter-Tender bei 600 kg. Typen 4 bis 10 decken progressiv schwerere Tender bis 2.000 kg ab. Unser technisches Team berät zum richtigen Typ während der Konfigurationsphase.

Wie verhindert die Parallelogramm-Geometrie Kollisionen beim Absenken?

Die Parallelogramm-Hebelanordnung begrenzt die Plattform auf einen Rotationsbogen, der sie beim Absenken vom Spiegel weg nach außen bewegt. Das bedeutet, Plattform und Tender passieren alle achterlich montierten Bauteile — Antriebe, Trimmklappen, Abgasauslässe — ohne manuelle Führung. Die Plattformoberfläche bleibt über den gesamten Hub horizontal stabilisiert, der Tender bleibt waagerecht und verlagert sich nicht.

Was passiert, wenn das Hydrauliksystem bei gestauter Plattform Druck verliert?

Die Plattform ist durch eine mechanische Sicherheitsverriegelung gesichert, die automatisch greift, wenn der Lift die Stauposition erreicht. Diese Verriegelung hält die Plattform unabhängig vom Hydraulikdruck. Bei Druckverlust durch Schlauchausfall, Stromunterbrechung oder jede andere Ursache bleibt die Plattform auf Decksniveau verriegelt. Die Verriegelung kann nur hydraulisch durch einen bewussten Absenkbefehl gelöst werden.

Kann der Rotations-Lift auf eine bestehende Yacht nachgerüstet werden?

Ja. Die Montageschnittstelle wird während der Konfigurationsphase für das spezifische Schiff konstruiert. Das System erfordert strukturelle Befestigungspunkte am Spiegel und einen Standort für das Hydraulikaggregat. Stromversorgung Standard 12V oder 24V. Die vormontierte, steckerfertige Lieferung minimiert Installationszeit und -aufwand.

Was ist der Unterschied zwischen Standard- und High-Performance-Hydrauliksteuerung?

Der Standard-Equalizer-Steuerblock synchronisiert die Armbewegung mit einer Toleranz von ±2%. Der optionale High-Performance-Steuerblock reduziert diese auf ±1% — relevant für Installationen, bei denen besonders präzise Plattformnivellierung erforderlich ist, beispielsweise bei sehr breiten Plattformen oder schweren Tendern.

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Maßgeschneiderte Lösungen

Bei H+B technics bieten wir nicht nur unsere bewährten Produkte, sondern auch die Möglichkeit, diese nach Ihren spezifischen Vorgaben anzupassen. Unser erfahrenes Team unterstützt Sie bei der Entwicklung und Realisierung individueller Produkte für Ihre Yacht oder Ihr Projekt — stets mit klarem Fokus auf Qualität, Innovation und Präzision.

Ob Sondermaße, spezielle Funktionen oder ein komplett neues Design: Wir setzen Ihre Vision um. Vertrauen Sie auf unsere Expertise und lassen Sie uns Ihre Ideen gemeinsam verwirklichen.

Jan Olfenbüttel

Head of Sales & Marketing

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